23/08/16
Auf einer der spektakulärsten Strecken startet die Formel 1 nach der Sommerpause in die zweite Saisonhälfte: Der Circuit von Spa- Francorchamps ist die Heimat des Großen Preises von Belgien 2016. Mit 7,004 Kilometern besitzt der Kurs die längste Runde aller Tracks dieser Rennsaison. Pirelli nominierte für das Rennwochenende den P Zero White (Medium), den P Zero Yellow (Soft) sowie den P Zero Red (Supersoft). Auf der belgischen Strecke werden hohe Energie-Mengen durch die Reifen geleitet, die vielfältige Herausforderungen meistern
müssen. Das gilt selbstverständlich genauso für die Teams und deren Fahrer. Denn der historische Kurs in den Ausläufern der Ardennen ist für seine wechselhaften Witterungsbedingungen bekannt. Das dortige Mikroklima ist für das Festlegen der Rennstrategie eine Variable von großer Bedeutung.
Die größten Herausforderungen für die Reifen
- Auf kaum einem anderen Circuit ist die Belastung der Reifen so hoch wie in den langen, schnellen Kurven von Spa.
- Das hügelige Layout der Strecke mit ihren Höhenunterschieden erzeugt Kräfte, die vertikal auf die Reifen wirken. Dies gilt insbesondere in der legendären Kurvenkombination Eau Rouge mit ihrer Steigung von fast 18 Grad.
- Häufig regnet es nur in bestimmten Abschnitten der Strecke. Auf einer Runde können sich also trockene und nasse Streckenabschnitte abwechseln.
- Eine weitere Herausforderung für die Teams ist das Einstellen des Setups. Gefunden werden muss ein guter Kompromiss zwischen einem geringen Widerstand auf den Geraden und hohem Abtrieb in den Kurven. Das ist alles andere als einfach.
- Auf der Strecke bieten sich den Fahrern zahlreiche Gelegenheiten für Überholmanöver. Entsprechend zahlreich sind die Strategie-Möglichkeiten. Unmittelbar nach dem Rennen bricht der Formel 1-Tross nach Monza auf. Dort findet bereits sieben Tage später der Große Preis von Italien 2016 statt.
Die drei nominierten Mischungen
- P Zero White (Medium): Jeder Fahrer muss für das Rennen einen Satz der Medium-Slicks vorhalten. Das Einsatzfenster dieser Mischung ist schmal.
- P Zero Yellow (Soft): Auch von dieser Mischung muss jeder Fahrer einen Satz für das Rennen bereithalten. Er wird im Rennen eine Rolle spielen, ist aber nicht ideal für lange Stints.
- P Zero Red (Supersoft): Seine Stunde schlägt im Qualifying, wenn der Fokus auf kurzzeitiger Leistung statt auf Haltbarkeit liegt.
So verlief das Rennen im Vorjahr
- Lewis Hamilton (Mercedes GP) siegte mit einem komfortablen Vorsprung. Entsprechend seiner Zwei-Stopp-Strategie ließ er in den Runden 13 und 30 die Reifen wechseln.
- Max Verstappen fuhr die erfolgreichste Alternativ-Strategie. Er setzte auf drei Stopps und machte während des Rennens zehn Plätze gut. Von Platz 18 gestartet, kam er als achter ins Ziel.
Paul Hembery, Motorsport-Direktor Pirelli
“Über den einmaligen Kurs von Spa-Francorchamps muss man nichts mehr sagen. Für die Reifen ist der Track eine absolute Herausforderung. Enorme Energie-Mengen wirken dort auf sie ein. Daher ist es auch ungemein spannend, in Spa zu fahren. Es ist schwierig, für diese lange Runde mit ihren zahlreichen Überholmöglichkeiten das richtige Setup zu finden. Auf jeden Fall tun sich etliche Strategie-Varianten auf. In der Sommerpause haben wir damit begonnen, die breiteren Reifen für die Saison 2017
zu testen. Jetzt freuen wir uns auf eine arbeitsreiche zweite Saisonhälfte, in der wir die Testreihe fortsetzen werden.”
Was ist neu?
- Weder die Strecke noch die Infrastruktur in Spa-Francorchamps haben sich in den vergangenen zwölf Monaten wesentlich verändert.
- Esteban Ocon ersetzte Rio Haryanto als Fahrer bei Manor.
Was sonst noch auffiel
- Im vergangenen Monat war Pirelli exklusiver Ausrüster des 24-Stunden-Rennens von Spa. Das Unternehmen betreute 65 Supersportautos und montierte insgesamt 10.724 Reifen.
(Quelle: Pirelli)