02/03/2011

DEKRA warnt vor schweren Verkehrsunfällen
Risikofaktor fehlerhafte Reifenmontage
Vor schweren Verkehrsunfällen auf Grund fehlerhafter Reifenmontage durch mangelnde Sorgfalt und veraltete Maschinen warnt die DEKRA. Besonders bei Hochgeschwindigkeitsreifen, Niederquerschnittsreifen und Runflats seien „spezielles Know-how und moderne Montiermaschinen erforderlich“, um von außen oft nicht erkennbare Beschädigungen zu vermeiden.
In seinem aktuellen Info-Letter warnt der DEKRA vor den schwerwiegenden Folgen fehlerhafter Reifenmontagen. Warum? Das eJournal ging der Sache nach und sprach mit Franz Nowakowski. Der DEKRA-Reifenexperte verwies darauf, dass er und der Obermeister der Vulkaniseurinnung vor einiger Zeit bei gezielten Überprüfungen Schäden an 80 Prozent der montierten Reifen festgestellt: „Vor allem handelte es sich dabei um Risse in der Wulst und Knicke in den Flanken sowie deutliche Abdrücke von Montage-Maschinen und Werkzeugen.“ Darüber sei der Normenausschuss für Gummiteile im Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V. (WdK) informiert worden, der einen Arbeitskreis aus Fahrzeugherstellern, Reifenherstellern, Maschinenbauern, Vulkaniseurinnung, BRV und dem DEKRA einberufen habe.
Franz Nowakowski: „Als Ergebnis wurde eine Richtlinie über die schonende Reifenmontage verabschiedet, die dem Stand der Technik entspricht und allgemein gültig ist.“ Auch ein Ausbildungskonzept für Reifenfachleute und Monteure sei erarbeitet worden, das einen Zweitageslehrgang mit Abschlussprüfung und Urkundenverleihung vorsieht. Über 500 Monteure seien bereits geschult worden. Der DEKRA-Reifenexperte: „Das sind häufig die Trainer, die nun weitere Monteure in den Betrieben ausbilden.“
Auf Basis dieser vor eineinhalb Jahren erschienenen Richtlinie zur Reifenmontage will der BRV im März eine Kampagne starten, um Autofahrer und Reifenhandel über mögliche Montagefehler und deren Folgen aufzuklären. Nowakowski: „Ist der Reifen erst montiert, sieht man einen Wulstschaden nicht. Dann dringt allmählich Luft ein, was zum Ablösen der Lauffläche oder gar zu einem Reifenplatzer führen kann.“
Doch nicht nur Menschen, auch Maschinen können ursächlich für Montageschäden sein. Daher werden Reifenmontagemaschinen in Zusammenarbeit von DEKRA, Vulkaniseurinnung und TU Darmstadt zertifiziert. Nowakowski: „Ist das Ergebnis der Prüfung positiv, melden wir dies dem WdK, der dann das Prüfsiegel vergibt.“
Nach dem Rat von Franz Nowakowski sollten Autofahrer daher ihre Reifen ausschließlich in qualifizierten Fachbetrieben montieren lassen. Der Kunde könne dies selbst überprüfen: „Geeignete Montiermaschinen sind am Siegel des Verbandes zu erkennen.“ Belegt noch eine Urkunde in Werkstatt oder Verkaufsraum, dass der Monteur an einem Speziallehrgang zur Montage dieser Reifen - etwa beim Pirelli Tyre Campus - erfolgreich teilgenommen hat, sei der Kunde auf der sicheren Seite.