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Die Temperaturen sinken, der Energieverbrauch steigt. Im Winter lassen sogenannte elektrische Verbraucher, also Heizung, Sitzheizung und beheizbare Front- und Heckscheiben, im Auto den Energiebedarf in die Höhe schießen. Der ADAC rechnet vor: 100 Watt Leistung entsprechen einem Mehrverbrauch von 0,1 Litern Kraftstoff pro 100 Kilometer . Die elektrische Heizung kann auf diese Distanz bis zu zwei Liter Sprit schlucken. Auch Reifen sind im Winter stärker gefordert als in der wärmeren Jahreszeit. Die Anordnung der Lamellen im Profil und die Zusammensetzung des Gummis von Winterreifen sind den äußeren Bedingungen angepasst, um weiterhin die nötige Fahrsicherheit bei Schnee, Eis und Kälte zu gewährleisten. Die Folge: Der Rollwiderstand ist bei Winterreifen höher und wirkt sich stärker auf die Energieeffizienz der Reifen aus. Auch der Abrieb ist stärker und sorgt gleichzeitig dafür, dass die Reifen nach einigen Jahren ausgetauscht werden müssen, weil die Profiltiefe nicht mehr ausreicht. Allerdings können Autofahrer mit der richtigen Fahrweise und dem sorgsamen Umgang mit den Reifen sicherstellen, dass sie lange und vor allem sicher mit ihren neuen Winterreifen fahren können. Robert Waldmann, Leiter Technischer Kundendienst DACH vom Technologieunternehmen Continental gibt Tipps, wie Winterreifen möglichst ressourcensparend genutzt werden können.
Einen großen Einfluss auf die Langlebigkeit von Reifen hat der Reifendruck. Bereits leicht geringere Füllmengen im Vergleich zu den Vorgaben des Herstellers können zu einem unnötig hohen Rollwiderstand und damit zu einem stärkeren Abrieb führen. Ein Beispiel: Enthalten Reifen 0,4 bar Luftdruck zu wenig, reduziert das die Lebensdauer des Reifens schon um 30 Prozent. Gleichzeitig steigen die Kraftstoffkosten um zwei Prozent. Waldmann rät daher: „Wer sparsam mit seinen Reifen umgeht, prüft regelmäßig – zweiwöchentlich – den Luftdruck der Reifen und fügt bei Bedarf entsprechend der Herstellerangabe Druck hinzu. Die Angabe steht in der Bedienungsanleitung, der Fahrer- bzw. Beifahrertür oder auf der Innenseite des Tankdeckels. Man sollte es allerdings nicht übertreiben, denn auch zu hoher Luftdruck wirkt sich negativ auf die Lebensdauer von Reifen und deren Fahreigenschaftenaus.“
Idealerweise wird der Check des Luftdrucks mit dem Prüfen der Profiltiefe verbunden. Die Mindestrestprofiltiefe, die gesetzlich vorgeschrieben ist, beträgt zwar 1,6 Millimeter. Continental empfiehlt jedoch, für mehr Fahrsicherheit bereits deutlich früher neue Reifen aufzuziehen.
Schnelles Beschleunigen, Bremsen statt Ausrollen und hochtourig durch die Kurve fahren – ein sportlicher Fahrstil ist im Winter nicht nur gefährlich, sondern wirkt sich auch auf die Lebenszeit der Winterreifen aus. Denn: Diese anspruchsvolle Fahrweise nutzt die Laufflächen der Reifen stark ab. Schonender werden die Reifen behandelt, indem Autofahrer eine vorausschauende Fahrweise an den Tag legen. Waldmann erklärt: „Dazu gehört, genug Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug zu halten und vor roten Ampeln und Stoppschildern vor dem Bremsen soweit wie möglich auszurollen anstatt zu bremsen.“
Abnutzung ohne tatsächliche Nutzung vermeiden
Die Lebensdauer von Winterreifen wird nicht nur durch extreme Nutzung reduziert, sondern auch bei falschem Umgang in den Zeiten, in denen sie gar nicht gebraucht werden: etwa bei falscher Lagerung. Die Folgen sind Verformungen und Schäden am Material. Um lange Freude an den Winterreifen zu haben, sollten sie den Sommer bei mäßiger Belüftung und ohne direkte Sonneneinstrahlung verbringen. Waldmann weist auf Unterschiede bei der Lagerung hin: „Reifen mit Felgen werden bestenfalls mit erhöhtem Luftdruck hängend gelagert. Hierfür gibt es Halterungen, die Verformungen und Druckstellen vermeiden. Werden die Reifen ohne Felgen gelagert, können sie aufgestellt werden, sollten aber regelmäßig etwas gedreht werden.“ Continental empfiehlt, für die professionelle Lagerung die Dienste eines Händlers oder einer Fachwerkstatt in Anspruch zu nehmen. Der Vorteil im Vergleich zum heimischen Keller oder Schuppen: Die Reifen werden nicht nur korrekt gelagert, sondern sind versichert, werden auf Beschädigungen geprüft und ausgewuchtet. ideale Bedingungen, um mit den Reifen viele Saisons sicher unterwegs zu sein.
Die maximale Sicherheit können Reifen nur in der Jahreszeit erbringen, für die sie entwickelt wurden. Deshalb empfiehlt Continental, die Reifen zum richtigen Zeitpunkt um Ostern und im Oktober zu wechseln. „Neben der Funktionsweise im Sommer und Winter stellen Autofahrer damit auch sicher, dass sich die Umgebungstemperatur nicht schädlich auf die Reifen auswirkt. Wenn es wärmer ist, verschleißen Winterreifen mehr. Umgekehrt nutzen sich auch Sommerreifen bei Kälte stärker ab“, sagt Waldmann.
Schäden an der Reifenseitenwand können durch Bordsteinkanten, Schlaglöcher, zu niedrigen Reifendruck oder Alterung entstehen. Sie führen oft zu ernsthaften Sicherheitsrisiken und sind nicht reparierbar. Regelmäßige Kontrollen, der richtige Reifendruck und eine vorsichtige Fahrweise tragen dazu bei, Schäden zu vermeiden und die Lebensdauer der Reifen zu verlängern.
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