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Reaktionsweg: Die Formel und alles Wissenswerte

Inhaltsverzeichnis

Die Begriffe Reaktionsweg, Bremsweg und Anhalteweg tauchen regelmäßig auf und hängen unmittelbar mit einer Gefahrenbremsung zusammen, die auch in der Fahrschule ein wichtiges Thema ist. Reaktions- und Bremsweg werden durch die Geschwindigkeit beeinflusst. Mit einberechnet werden muss beispielsweise, ob Sie ein Auto mit Automatik- oder Schaltgetriebe fahren, denn bei letzterem müssen Sie zeitgleich die Kupplung und das Bremspedal betätigen. 

Eine zusätzliche Rolle spielt Ihre situationsbedingte Reaktionszeit als Fahrer, die sich laut diverser Statistiken in einem Rahmen von ca. 0,8 bis 1,2 Sekunden bewegt. Um Ihnen eine bessere Orientierung zu bieten, gibt es eine Faustformel für den Reaktionsweg in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit. Nutzen Sie den nachfolgenden Ratgeber, um alle Informationen zu erhalten.

Bremsen

Der Reaktionsweg: Was ist das?

Per Definition umfasst der Reaktionsweg die Zeit, die zwischen dem Erkennen einer Gefahr im Verkehr bis hin zum Betätigen der Bremse abläuft. Zu den typischen Situationen gehören unabhängig von einer normalen Bremsung zum Beispiel folgende:

Natürlich sollten Sie jederzeit mit voller Aufmerksamkeit den Verkehr und alle zugehörigen Ereignisse beachten. Dass die Geschwindigkeit ein entscheidender Einflussfaktor ist, werden Sie schnell merken, wenn Sie die nachfolgende Formel zum Berechnen des Reaktionswegs nutzen.

Wie berechnet man den Reaktionsweg?

Es ist tatsächlich relativ einfach, die zwischen der Gefahrenerkennung und dem Bremsen zurückgelegte Strecke zu berechnen. Die Formel dafür lautet folgendermaßen:

Bei diesem Beispiel, in dem Sie mit 50 km/h unterwegs sind, berechnen Sie anhand der Formel einen Weg von 15 Metern: (50 km/h: 10) x 3 = 15

Es handelt sich um einen Annäherungswert, da sich die Reaktionszeit von Mensch zu Mensch unterscheidet und von weiteren Faktoren abhängt. Dazu zählt auch, ob Sie sich topfit an das Steuer Ihres Autos setzen oder während einer Urlaubsfahrt bereits mehrere Stunden unterwegs sind. 

Wie verändert sich der Reaktionsweg bei doppelter Geschwindigkeit?

Sobald Sie die Geschwindigkeit erhöhen, erhöht sich auch die Strecke bei der Bremsung. In dem Zusammenhang ist von Bedeutung, dass Sie auf einen angepassten Sicherheitsabstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen achten. Mithilfe der bereits erwähnten Faustformel ergeben sich beispielhaft folgende Werte:

Laut der Berechnung zeigt sich, dass sich alleine der Reaktionsweg bei doppelter Geschwindigkeit ebenfalls verdoppelt. Dies trifft übrigens auch auf alle E-Autos zu.

Übrigens: Moderne Fahrzeuge sind mit einem Anti-Blockier-System (ABS) ausgestattet. Hauptsächliches Ziel des Fahrassistenten ist, ein Ausbrechen Ihres Autos bei einer Bremsung zu verhindern. Es hat keine Auswirkung auf die zurückgelegte Strecke bis zum Durchtreten des Bremspedals, Allerdings kann das ABS während einer Gefahrenbremsung dabei helfen, dass Ihr Auto schneller zum Stillstand kommt.

Was ist der Unterschied zwischen Reaktionsweg und Bremsweg?

Der Reaktionsweg umfasst im Schnitt circa 1 Sekunde, bis Sie die Situation erfasst haben und den Bremsvorgang einleiten. Ab diesem Moment beginnt die notwendige Gefahrenbremsung. Der tatsächliche Bremsweg hängt auch hier maßgeblich von der Geschwindigkeit ab. Für die Berechnung steht Ihnen ebenfalls eine einfache Formel zur Verfügung:

Bei diesem Beispiel benötigen Sie durchschnittlich 25 m, bis Ihr Fahrzeug zum Stillstand kommt: (50 km/h: 10) x (50 km/h: 10) = 25

Beachten Sie, dass sich der Bremsweg vervierfacht, wenn Sie die Geschwindigkeit verdoppeln. Es kommen verschiedene Faktoren hinzu, die ebenfalls eine Rolle spielen:

Es zeigt sich, dass Sie bis zum Anhalten Ihres Autos eine beachtliche Strecke zurücklegen. Die Gesamtlänge hängt darüber hinaus von Ihrer persönlichen Reaktionszeit ab und wie achtsam Sie im Verkehr unterwegs sind. 

Wie wird der Anhalteweg berechnet?

Abhängig von der gefahrenen Geschwindigkeit ergibt sich der gesamte Anhalteweg. Er wird berechnet, indem beide oben präsentierten Formeln zusammengefasst und die ermittelten Werte aufaddiert werden. Diese gestaltet sich ausgehend von einer Gefahrenbremsung folgendermaßen:

Bei einem Tempo von 50 km/h beträgt der Gesamtweg bis zum Anhalten 40 Meter (15 m + 25 m). Bei einem Tempo von 100 km/h erhöht sich der Bremsweg auf 130 Meter, was einen beachtlichen Unterschied ausmacht. Bei einer echten Notbremsung mit durchgedrücktem Pedal verkürzt sich der eher konservativ berechnete Bremsweg bis um die Hälfte.

Zusatzinfo zum Sicherheitsabstand: Auch als Mindestabstand bezeichnet, kennen ältere Fahrer noch die Regel vom halben Tachowert. Die aktuelle Geschwindigkeit wird durch 2 dividiert, um den passenden Wert zu ermitteln. In geschlossenen Ortschaften sind 25 Meter bei einer erlaubten Geschwindigkeit von 50 km/h kaum praktikabel. Gesetzlich ist ein Abstand von 15 Metern vorgeschrieben. Diesen Weg fahren Sie innerhalb 1 Sekunde, was dann als Maßstab gilt.

Reaktionsweg Formel

Copyright: Qniemiec, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

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