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FORMEL 1: MONACO UND DAS DUELL DER GIGANTEN

30/05/17

Am 28. Mai 2017 ist es wieder soweit. Der einzigartige Formel 1 Grand Prix von Monaco geht in seine 67. Runde. Auf dem legendären Straßenkurs durch die engen Straßenschluchten des Fürstentums wollen Sebastian Vettel (Ferrari) und Lewis Hamilton (Mercedes GP) sich erneut einen packenden Schlagabtausch liefern. Aktuell führt dabei der Deutsche in der Fahrerwertung mit sechs Punkten Vorsprung vor dem Briten.


Doch auch ihre Teamkollegen Valtteri Bottas (Mercedes GP) und Kimi Raikkönen sowie die Red Bull-Piloten Max Verstappen und Daniel Ricciardo rechnen sich Chancen aus, das Rennen auf dem kürzesten Rundkurs der Saison (3,337 km) zu gewinnen.


Der fahrerisch extrem anspruchsvolle Stadtkurs besitzt einmaliges Flair. In der Tabac-Kurve oder in der Schwimmbad-Schikane jagen die Boliden nur knapp einen Meter entfernt an den Fans vorbei. Mit teilweise mehr als 285 km/h brettern die Fahrer durch die engen Straßen, müssen dabei pro Runde rund 50 Mal schalten. Auslaufzonen gibt es praktisch nicht. Nur ein kleiner Fahrfehler im Kurvenlabyrinth von Monte Carlo, und der Pilot verliert sein Auto in die Streckenbegrenzung. Und so sehr sich die Sicherheitsaspekte in der Königsklasse verbessert haben: In Monaco ist das Risiko stets höher als auf anderen Circuits, denn direkt hinter den Leitplanken stehen Betonmauern und Bordsteine.


Im Vorjahr siegte Lewis Hamilton in einem spannenden Regenrennen. Es war sein erster Sieg seit dem WM-Gewinn in Austin 2015. Zweiter wurde Daniel Ricciardo (Red Bull) vor Sergio Perez (Force India) und Sebastian Vettel. Der spätere Weltmeister Nico Rosberg (Mercedes GP) beendete ein verkorkstes Rennen lediglich an siebter Position.


Wer in diesem Jahr auf dem Podium stehen wird, hängt nicht zuletzt davon ab, mit welchen Strategien die Teams die drei nominierten Reifen-Mischungen P Zero Yellow (soft), P Zero Red (supersoft) und P Zero Purple (ultrasoft) einsetzen werden. Ab dem Grand Prix von Monaco dürfen die Teams ihr Reifenkontingent wieder selbst zusammenstellen, nachdem sie für die ersten fünf Rennen alle das von Pirelli vorgeschriebene Sortiment erhielten. Sollte es regnen, stehen die Cinturato Regenreifen sowie die Cinturato Intermediates bereit.


Alle Vorzeichen deuten darauf hin, dass auch der Große Preis von Monaco 2017 zum Klassiker wird.


Kurioses und Wissenswertes zum Monaco GP


“Formel 1 fahren in Monaco ist wie Hubschrauber fliegen im Wohnzimmer” – So beschrieb der dreimalige F1-Weltmeister Nelson Piquet aus Brasilien den Grand Prix im monegassischen Fürstentum.


Die meisten GP-Siege in Monaco feierte Rennlegende Ayrton Senna. Der dreifache Weltmeister siegte insgesamt sechsmal in Monaco, davon fünfmal in Serie (1987, 1989-1993). Der ebenfalls dreimalige Weltmeister Graham Hill siegte fünfmal im Fürstentum (1963-1965, 1968, 1969), genauso oft wie Rekordweltmeister Michael Schumacher (1994, 1995, 1997, 1999, 2001).


Der Grand Prix in Monaco ist jedes Jahr an Kilometern das kürzeste Rennen der Saison. “Nur” 260,520 Kilometer beträgt die Renndistanz. Dafür werden in Monaco die meisten Rennrunden gefahren, nämlich 78 zu je 3,340 Kilometern Länge.


Am Freitag findet im Fürstentum traditionell kein Training statt. Die ersten beiden freien Trainings werden daher jedes Jahr bereits am Donnerstag gefahren.


1988 fuhr Ayrton Senna im Qualifying zum GP von Monte Carlo die, nach Meinung vieler Experten, beste F1-Runde aller Zeiten. Er distanzierte im McLaren MP4/4 seinen größten Rivalen, damaligen Teamkollegen, und späteren vierfachen Weltmeister, Alain Prost um unfassbare 1,427 Sekunden.


Monte Carlo hat den niedrigsten Vollgas-Anteil aller GP-Strecken. Nur 30 Prozent einer Runde werden mit Vollgas gefahren. Obwohl die Fahrer im Tunnel fast 300 Km/h erreichen, liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit bei nur etwa 150 Stundenkilometern. Die reine Motorleistung spielt hier daher eine weniger bedeutende Rolle als anderswo.


Nie hat jemand in Monaco, wo Überholen fast unmöglich ist, von einem schlechteren Startplatz aus einen F1-GP gewonnen: Olivier Panis siegte 1996 im Ligier von Startplatz 14 aus.


Monaco-GP von 1982 – Das Rennen das niemand gewinnen wollte: Zwei Runden vor Ende schied der führende Alain Prost aus, Ricardo Patrese ging in Führung, drehte sich und würgte seinen Motor ab. Didier Pironi ging in Führung und rollte nach dem Tunnel ohne Sprit aus. Andrea de Cesaris übernahm die Spitze und blieb ebenfalls ohne Treibstoff liegen. Der neue Leader Derek Daly touchierte die Leitplanke und rollte mit kaputtem Flügel und Getriebeschaden aus. Das Rennen gewann Ricardo Patrese – er hatte den Motor seines Brabham nach dem Dreher wieder in Gang bekommen.


1955 ereignete sich der wohl spektakulärste Unfall in der Geschichte des GP von Monaco. Alberto Ascari verunfallte im Rennen mit seinem Wagen und flog ins Hafenbecken von Monaco. Er blieb beinahe unverletzt, konnte an Land schwimmen und wurde der Legende nach von den Matrosen des griechischen Reeders Aristoteles Onassis aus dem Meer gezogen.


Die als Loews-Haarnadel bekannte Kurve in Monaco ist die langsamste Stelle im ganzen F1-Saisonkalender. Hier müssen die Fahrer ihre Boliden mit nur wenig mehr als 40 Km/h beinahe um die Kurve tragen.


Das Getriebe in modernen F1-Autos muss über die Dauer eines Monaco-GP mehr als 4.000 Schaltvorgänge aushalten.


Eine echte Herausforderung für Mensch und Maschine. Die Fans dürfen sich auf ein großes Rennen freuen, am Sonntag ist es wieder soweit, wenn es heisst: `Gentlemen, start your engine!`


(Quelle: Pirelli)


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