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Zur Halbzeit des UN-Jahrzehnts der Sicherheit im Straßenverkehr erscheint es angebracht, klare Empfehlungen und einen Zeitplan für die Schaffung von mehr Fahrzeugsicherheit bis 2020 und darüber hinaus festzulegen. Wenn die anvisierten Dekaden-Ziele tatsächlich erreicht und die im neuen Rahmenplan der UN für die nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goal oder SDG) bis 2030 anvisierten Fortschritte auf den Weg gebracht werden sollen, besteht jetzt Handlungsbedarf. Die dritte Säule des Globalen Aktionsplans für die UN-Dekade enthält bereits einen groben Rahmen hinsichtlich der Empfehlungen für mehr Fahrzeugsicherheit, ohne jedoch Einzelheiten oder einen Zeitplan für die Umsetzung zu spezifizieren. Um diese Lücke zu füllen, schlägt Global NCAP in dieser Roadmap für sicherere Autos 2020 daher die Annahme folgender Empfehlungen vor:
Alle UN-Mitgliedsstaaten übernehmen folgende zweiphasige Mindestbestimmungen für die Fahrzeugsicherheit und den Umsetzungszeitplan bis zum Ende der UN-Dekade im Jahr 2020:
Phase 1
UN-Regelungen für Frontalaufprall (Nr. 94), Seitenaufprall (Nr. 95) sowie Sicherheitsgurte und Verankerung der Sicherheitsgurte (Nr. 14 und Nr. 16) bis 2016 für alle dort hergestellten oder importierten Neuwagenmodelle und bis 2018 für alle dort hergestellten oder importierten Pkws.
Phase 2
UN-Regelungen für ESC (Nr. 13H oder GTR 8), Fußgängerschutz (Nr. 127 oder GTR.9) bis 2018 für alle dort hergestellten oder importierten Neuwagenmodelle und bis 2020 für alle dort hergestellten oder importierten Pkws.
Alle UN-Mitgliedsstaaten mit bedeutender Automobilproduktion sollten beim Weltforum zur Harmonisierung von Fahrzeugvorschriften mitwirken, um im offenen und wettbewerbsorientierten Markt für Pkws und Pkw-Komponenten die Vereinheitlichung der Sicherheitsstandards zu fördern.
Fuhrparkbesitzer im privaten wie auch im öffentlichen Sektor sowie Mietwagenfirmen sollten den Empfehlungen des Global NCAP Buyer’s Guide folgen und sich möglichst immer für Fahrzeuge mit 5-Sterne-Ratings entscheiden.
Regierungen und die Versicherungsbranche sollten steuer-liche Anreize schaffen und einen zügigeren Einsatz neuer Technologien im gesamten Pkw-Bestand fördern.
NCAPs sollten von staatlicher Seite und von Gebern Unterstützung bei der Durchführung weiterer verbraucherbezogener Tests auf allen wichtigen Automobilmärkten weltweit erhalten. Dabei sollte eine möglichst breite Modellauswahl, vor allem die meistverkauften und wichtigsten Pkw-Modelle, berücksichtigt werden.
Investitionen in Laborkapazitäten und -ausbildung sollten gefördert werden, um Homologation, Einhaltung der Vorschriften im Betrieb und unabhängige NCAP-Tests in allen Regionen der Welt zu ermöglichen.
Die Automobilhersteller sollten für alle neuen Modelle ab 2016 eine freiwillige Selbstverpflichtung zur Anwendung von Frontal- und Seitenaufpralltest-Prüfstandards (UN-Regelungen 94 und 94 oder FMVSS [Federal Motor Vehicle Safety Standard] 208 und 214) abgeben.
Die Automobilindustrie sollte von ihrer bisherigen Praxis abrücken, Sicherheitsausstattungen nicht einzeln aufzulisten, sondern als Paket anzubieten. Stattdessen sollten die Hersteller in allen wichtigen Märkten eine vollständige Liste der verfügbaren Sicherheitssysteme bereithalten und die Preise für die jeweiligen Technologien getrennt ausweisen.
Die Automobilindustrie sollte den Inhalt ihrer Nachhaltigkeitsberichterstattung dahingehend optimieren, dass sie auch Angaben zu den bei der weltweiten Automobilproduktion angewandten Sicherheitsstandards enthält.
Um die Betriebssicherheit bereits im Betrieb befindlicher Fahrzeuge zu erhalten, sollten die UN-Mitgliedsstaaten
a) Kontrollen der einheitlichen Produktion bei in ihrem Markt bereits zugelassenen Modellen anwenden
b) regelmäßige Fahrtauglichkeitsprüfungen durchführen und die Prüfung des Reifendrucks und der Profiltiefe in solche PTI-(Pre Trip Inspection)-Anforderungen aufnehmen und
c) über den Einsatz von Abwrackprämien nachdenken, um ältere unsichere Fahrzeuge aus dem Verkehr zu ziehen.
(Quelle: Continental)
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