20/05/11

8. „Continental-Studentenumfrage“: Kritik an Diversity-Management
Hannover, Mai 2011 – Wie beurteilen Studierende ihre Karrierechancen? Wie beurteilen sie die Arbeitswelt? Die 8. „Continental-Studentenumfrage“ gibt hochinteressante Antworten. Das Ergebnis der Befragung von 1.000 angehenden Ingenieurinnen und Ingenieuren, Natur- und Wirtschaftswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern in Deutschland: Sie sehen ihre eigenen Perspektiven in der Mehrheit zwar optimistisch, schätzen allerdings ihre Berufschancen und Karriereaussichten etwas negativer ein als im Vorjahr. Vor allem Studentinnen sind nicht mehr ganz so zuversichtlich. Und es gibt Kritik am Diversity-Management von Staat und Wirtschaft. Diversity will Chancengleichheit fördern und soziale Diskriminierungen verhindern.
Diversity in Unternehmen ist nach Auffassung der Studierenden ein wichtiges Erfolgskriterium, das Innovationen vorantreibt. Diese Position vertreten 82,9 Prozent der Befragten. Allerdings kritisiert fast jeder Zweite Wirtschaft und Staat, wenn es um Diversity in Bezug auf Alter und Geschlecht geht – der Staat stelle sich nicht ausreichend den Erfordernissen. Die Arbeitsbedingungen in Deutschland mit Blick auf Vereinbarkeit von Beruf und Familie seien im Vergleich zu anderen Industrieländern eher schlecht. Die Studierenden wünschen sich mehr flexible Arbeitszeiten, Kinderbetreuung am Arbeitsplatz oder Ganztagsbetreuung. Und drei Viertel aller Befragten sehen im Konzept des „lebenslangen Lernens“ – der Weiterqualifizierung von älteren Menschen – eine Chance, im internationalen Wettbewerb erfolgreicher zu bestehen. Hier seien Wirtschaft und Politik gleichermaßen gefordert, sie sollen Lösungen erarbeiten, Perspektiven eröffnen und die Vielfalt als eine Chance wahrnehmen.
Etwas pessimistischer als im Vorjahr sind die Studentinnen – vor allem nach der Diskussion um die Einführung einer Frauenquote in deutschen Unternehmen. Nur jede zweite weibliche Nachwuchskraft ist zuversichtlich, was ihre Karriereaussichten betrifft. Vor zwei Jahren waren es noch zwei von drei Studentinnen. Und das, obwohl sich die Wirtschaft nach der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise erholt. Bei den männlichen Kommilitonen beurteilen dagegen über 70 Prozent ihre Zukunftschancen sehr oder eher zuversichtlich.
„Continental hat sich dieser Aufgabe bereits in den vergangenen Jahren gestellt: Wir wollen verstärkt den Absolventinnen Berufsaussichten bei einem der weltweit führenden Automobilzulieferer aufzeigen und ihre Karrierechancen bei uns durch aktives Coaching und Mentoring nachhaltig verbessern“, sagt Continental-Personalvorstand Heinz-Gerhard Wente.
Wenn es nach Abschluss des Studiums um einen Job im Ausland geht, sind die Studierenden gleichbleibend unflexibel. Laut Umfrage sind die Schweiz und die USA die mit Abstand beliebtesten Länder. Dagegen bilden die osteuropäischen Staaten und Russland das Schlusslicht – sogar noch hinter asiatischen Ländern wie Japan und China.