16/09/15

Am kommenden Wochenende startet die Formel 1 beim Großen Preis von Singapur 2015 mit einem spektakulären Nachtrennen. Für den Straßenkurs nominierte Pirelli die beiden weichsten Reifenmischungen der ak-tuellen Range, den P Zero Yellow (Soft) und den P Zero Red (Supersoft). Das Rennwochenende weist dabei etliche Besonderheiten auf: Weil es sich um ein Nachtrennen handelt, finden auch die Freien Trainings sowie das Qualifying in den späten Abendstunden statt. Aufgrund der ungewöhnlichen Startzeiten entwickeln sich die Strecken-Temperaturen in Singapur im Vergleich völlig anders – was wiederum den Einsatz der Reifen in hohem Maße beeinflusst.
Paul Hembery, Motorsport-Direktor Pirelli:
“Seit 2008 steht Singapur auf dem Formel 1-Kalender und bietet seither wirklich atemberaubende Rennen, bei denen deutlich wird, worum es in der Königsklasse des Motorsports geht: Die modernste Technologie präsentiert sich im Scheinwerfer-licht. Weil es sich um einen Straßenkurs handelt, wählten wir die beiden weichsten und schnellsten Reifenmischungen aus der Range. Sie liefern ein Maximum an mechanischem Grip und kommen schnell auf die benötigte Betriebstemperatur – in Sin-gapur zwei entscheidende Schlüssel zum Erfolg. Beim Festlegen der Strategie müs-sen Teams und Fahrer etliche Faktoren berücksichtigen. Dazu gehören die unge-wöhnliche Entwicklung der Strecken-Temperatur, der große Performance-Unterschied zwischen den beiden Mischungen, die Notwendigkeit, den Kraftstoff-verbrauch so einzuteilen, dass er für die lange, herausfordernde Renndistanz reicht, sowie die hohe Wahrscheinlichkeit einer Safety Car-Phase, denn die gab es bis-lang bei jedem Rennen in Singapur. Mit Blick auf die zahlreichen Variablen sowie die für städtische Straßen typischen Dinge wie Fahrbahnmarkierungen und Gullydeckel, die in den vergangenen Rennen einige Fahrer verwirrten, gilt hier: Die in den Sessi-ons des Freien Trainings zu leistende Arbeit, um sämtliche notwendigen Reifen-Daten zu erhalten, ist noch wichtiger als sonst.
In den kommenden Tagen werden wir gemeinsam mit der FIA ein eindeutiges Ver-fahren definieren, das es den Teams ermöglicht, die Richtlinien des Reifen-Einsatzes leichter zu erfüllen. Das ist wichtig, um Missverständnisse zu vermeiden. Die Teams bekommen präzisere Vorgaben, die sie einhalten müssen, um das, was Merce-des in Monza passierte, künftig zu verhindern.“
Die größten Herausforderungen für die Reifen
Der Kurs in Singapur hat die meisten Kurven (23) aller Formel 1-Strecken. Das be-deutet deutlich mehr Arbeit für die Reifen. Mit 80 Prozent Luftfeuchtigkeit und einer Renndauer von zwei Stunden stellt der Circuit die Fahrer vor die größte körperliche Belastung des Jahres. Zumal der nach Monaco zweitlangsamste Circuit eine durch den Fahrtwind bedingte Kühlung im Auto einschränkt.
Aufgrund der Vielzahl der Kurven sind die Traktion und das Bremsen die beiden maßgeblichen Aspekte des Marina Bay Circuits. Wie bei den meisten Straßenkursen ist die Fahrbahnoberfläche auch in Singapur ziemlich uneben, was Fahrer und Reifen zusätzlich belastet. Die schmalen Auslaufzonen lassen Fahrfehler selten unge-straft. Das erfordert höchste Präzision von den Reifen. Der linke Hinterreifen der mit hohem Abtrieb fahrenden Autos muss das Gros der Arbeit verrichten.
Die Außentemperaturen in der Region schwanken selbst in der Nacht zwischen 30 und 35 Grad Celsius. Das ist das perfekte Umfeld für den soften Slick mit seinem brei-ten Einsatzfenster. Die supersoften Slicks müssen die Fahrer behutsam einsetzen, um von der maximalen Performance dieser Reifen zu profitieren, ohne sie dabei zu überhitzen.
Die rennentscheidende Strategie des vergangenen Jahres
Lewis Hamilton gewann das 61-Runden-Rennen mit einer Drei-Stopp-Strategie. Er startete auf den supersoften Slicks, ließ in Runde 15 sowie in Runde 31 jeweils ei-nen frischen Satz der supersoften Reifen montieren, um dann in Runde 52 auf die softe Mischung zu wechseln. Insgesamt setzten die Teams eine Vielzahl unter-schiedlicher Strategien ein.
Erwarteter Performance-Unterschied zwischen den beiden Mischungen
1,8 bis 2,2 Sekunden pro Runde.
(Quelle: Pirelli)