19/04/11

Hannover/Regensburg. Der internationale Automobilzulieferer Continental empfiehlt Fahrzeugherstellern weltweit die konsequente Nutzung der direkten Druckmesstechnik in ihren neuen Fahrzeugmodellen zur Gewährleistung eines stets optimalen Reifendrucks. Diese Empfehlung liegt in den permanent steigenden Anforderungen an die Reifendruckmessung begründet. Zudem spiegelt sich darin das erhebliche Potenzial der direkten Messtechnik wider: Sie kann einen größeren Beitrag zur Absenkung des CO2-Ausstoßes leisten.
Im Hinblick auf den Gesamtnutzen, den Systeme zur aktiven Reifendruckmessung (Tire Pressure Monitoring Systems, TPMS) insgesamt erschließen, sagte Helmut Matschi, Mitglied des Vorstands der Continental AG und Leiter der Division Interior: „Die direkte Reifendrucküberwachung liefert ein Paradebeispiel dafür, welche Vorteile der Fahrzeughersteller und der Fahrer nutzen können, wenn bei der Auswahl der Technologie das Gesamtsystem betrachtet wird. Die direkte Druckmessung ist schon auf der direkten Funktionsebene hinsichtlich Geschwindigkeit und Präzision überlegen. Berücksichtigt man darüber hinaus noch die auf Systemebene durch die Nutzung von Sensoren im Innern des Reifens zusätzlich mögliche Steigerung von Fahrsicherheit und Fahrkomfort, so ist sie eindeutig die richtige Wahl.“
TPMS-Lösungen mit „direkter“ Druckmessung verwenden einen Sensor pro Reifen, um den herrschenden Luftdruck sowie die Temperatur schnell, unmittelbar und präzise zu erfassen – und das jederzeit, in jeder Fahrsituation und bei jeder Geschwindigkeit. Im Gegensatz dazu messen indirekte Systeme den Druck nicht aktiv, sondern errechnen ihn aus den Informationen der Radsensoren. Continental ist davon überzeugt, dass dieses indirekte Verfahren die erwünschte Kraftstoffersparnis nicht gewährleisten kann und damit auch nicht ausreicht, um die Einhaltung der europäischen CO2-Ziele sicherzustellen.
TPMS wird in immer mehr Ländern Pflicht, um den CO2-Ausstoß zu senken
Zusätzlich zu der bestehenden Pkw-Gesetzgebung in den USA, soll Phase 1 der Reifendrucküberwachung in der Europäischen Union (EU) ab 2012 und in Korea ab 2013 Pflicht werden. Phase 1 war ein erster Schritt dahin, den Autofahrern bei der Reduzierung des Benzinverbrauchs zu helfen. Eine europäische Phase 2 ist geplant, um weiterhin sicherzustellen, dass der Gesamtplan zur Reduzierung der CO2-Emissionen und zum Anheben des Sicherheitslevels unter Nutzung aller angemessenen verfügbaren Mittel verfolgt wird. Ziel beider Phasen dieser Gesetzgebung ist es, die Bedeutung des korrekten Reifendrucks und damit der Fahrzeugsicherheit und der Senkung des Kraftstoffverbrauchs und des CO2-Ausstoßes zu unterstreichen. Natürlich ist das eine gute Nachricht, aber der tatsächliche Nutzen für den Fahrer kann durchaus von der im Fahrzeug installierten Reifendruckmesstechnik abhängen. Dafür gibt es einen guten Grund: Statistiken belegen, dass die meisten Reifenausfälle beispielsweise durch einen langsamen, schleichenden Druckverlust verursacht werden, der nicht auffällt. Die direkte Druckmessung kann einen solchen allmählichen Druckverlust mit einer kürzeren Reaktionszeit und einer größeren Präzision erfassen. Das Messverfahren zeigt das Problem schneller, da es mit deutlich niedrigeren Schwellwerten arbeiten kann. So bekommt der Fahrer wichtige, präzise Informationen über den Reifendruck und kann rechtzeitig reagieren. Schafft er zügig Abhilfe, verbessert sich die Fahrsicherheit, denn der korrekte Reifendruck sorgt für eine optimale Straßenlage und hilft, den Rollwiderstand der Reifen zu senken. Für den Fahrer bedeutet das unmittelbare Einsparungen durch weniger Kraftstoffverbrauch und eine Erhöhung der Lebensdauer der Reifen.
Direkte Reifendrucküberwachung bietet zusätzliches Potenzial für die Fahrassistenz
Das Continental-Reifendrucküberwachungssystem TPMS verbessert die Informationsgrundlage des Fahrers, aber es kann mehr als nur den richtigen Reifendruck sicherstellen. Es lässt sich ebenso dazu nutzen, die Fahrsicherheit und den Fahrkomfort zu erhöhen. Sind die Reifen nämlich erst einmal mit Sensoren ausgerüstet, kann die Reifendruckinformation im Zuge der Vernetzung an Fahrerassistenzsysteme übermittelt werden.In Verbindung mit einer Continental-App (kleines Softwarepaket) namens Filling Assistant kann der Reifensensor den aktuellen Druck an das Smartphone des Fahrers übertragen. Probleme mit unzuverlässigen Geräten zur Reifenbefüllung sind damit passé. Die nächste Generation intelligenter Reifensensormodule von Continental wird noch einen Schritt weiter gehen und Informationen über den aktuellen Grad der Reifenverformung liefern können. Mit einer auf Sensorfusion basierenden Lösung lässt sich damit beispielsweise drohendes Aquaplaning erkennen.
Continental ist optimal aufgestellt, um diese Technologie voran zu treiben, denn das Unternehmen vereint das Know-how eines führenden Zulieferers von Automobilelektronik mit dem eines führenden Reifenherstellers. „Schon heute sind Reifen leistungsfähige High-Tech-Produkte“, sagt Dr. Burkhard Wies, Entwicklungsleiter für das weltweite Pkw-Reifen-Ersatzgeschäft der Continental-Division Pkw-Reifen: „Rüstet man die Reifen mit Sensorik aus, so ergibt sich ein ganz neues Spektrum an Funktionen und Möglichkeiten, um durch einen korrekten Reifenluftdruck die Fahrsicherheit zu erhöhen sowie den Rollwiderstand und die Emissionen zu senken. Zugleich eröffnet sich die Perspektive, weitere Funktionen, wie etwa die Erkennung der Reifenbelastung, hinzuzufügen und durch Weitergabe dieser Daten an Fahrzeugregelsysteme die Fahrsicherheit weiter zu erhöhen.“ Continental wird im Jahr 2013 die Serienproduktion der ersten Pkw-Reifen starten, bei denen das Reifendruckmodul im Reifeninneren integriert ist.
Aufbauend auf zehn Jahre Erfahrung mit der Entwicklung und Fertigung von direkt messenden Reifendrucksensoren bestätigt Andreas Wolf, Leiter des Continental-Geschäftsbereichs Body & Security: „Im Rückblick auf zehn Jahre Entwicklung und Produktion von Reifendrucksensoren sowie der zugehörigen Software ist unser Fazit eindeutig. Will man die künftigen CO2-Grenzwerte und Fahrsicherheitsziele erreichen sowie dem Fahrer nützliche neue Funktionen wie den Filling Assistant bieten, dann braucht man die direkte Reifendruckmessung. Der von Continental eingeschlagene Technologiepfad bekräftigt diese Vision.“