14/04/15

In Bahrain, aufgrund seiner konstant warmen Temperaturen in der Vergangenheit auch häufig Austragungsort für Formel 1-Testfahrten, findet am kommenden Wochenende der vierte Grand Prix der Saison 2015 statt. Wie bereits für die Rennen in Australien und China hat Pirelli die Mischungen Medium und Soft nominiert. Jedoch erfolgt der Start in Bahrain erst gegen Abend, die letzten Runden werden in der Dunkelheit absolviert, infolgedessen sinken im Verlauf des Rennens die Außen- und Streckentemperaturen.
Paul Hembery, Motorsport-Direktor Pirelli: “Wir nominierten für Bahrain die gleiche Reifen-Kombination wie für China, obwohl es in Manama deutlich wärmer sein wird. Weil das Rennen aber erst am Abend stattfindet, werden die Witterungsbedingungen nicht so aggressiv sein wie in Malaysia oder wie vor zwei Jahren hier in Bahrain, als tagsüber gefahren wurde. Im vergangenen Jahr erlebten wir hier ein packendes Finish, weil zehn Runden vor Ende das Safety Car auf die Strecke kam, was in der Folge zu einem großartigen Duell der beiden Mercedes-Piloten führte. Das Geschehen in diesem Jahr ist schwieriger zu prognostizieren, lediglich mit Regen rechnen wir nicht.“
Die größten Herausforderungen für die Reifen Kaum eine andere Strecke hat einen so rauen Asphalt wie Bahrain – ausgenommen der für Tests genutzte Circuit in Jerez. Dadurch erhöht sich der hitzebedingte Verschleiß der Reifen. Allerdings mildern die während des Rennens sinkenden Außen- und Streckentemperaturen diese Auswirkungen. Beide Faktoren beeinflussen allerdings den Abbau der Reifen und somit die Strategie.
Insbesondere für die Hinterreifen ist die Traktions-bedingte Belastung auf dem Bahrain International Circuit hoch und somit das limitierende Kriterium der Strecke. Im Tagesverlauf herrschen meist hohe Temperaturen. Das fördert den hitzebedingten Verschleiß - bis zum Einbruch der Dunkelheit.
Der Circuit liegt mitten in der Wüste. Daher wird oft Sand auf die Strecke geweht, der das Gripniveau besonders zu Beginn einer Session häufig noch beeinträchtigt. Hinsichtlich der Strategie-Entwicklung sollten sich die Teams nicht auf den Einsatz des Safety Cars verlassen, denn seit dem ersten Grand Prix in Bahrain im Jahre 2004 kam es erst zweimal auf die Strecke (2007 und 2014).
Neben dem Grand Prix findet am Wochenende in Manama auch das erste Rennen der GP2-Serie in diesem Jahr statt. Acht der aktuell startenden Formel 1-Fahrer sind daraus hervorgegangen. Weil Pirelli die GP2 auch in diesem Jahr exklusiv beliefert, steigt die Zahl der an die Strecke transportierten Rennreifen von 1.800 auf 2.700 Stück. Zudem sind 65 statt 55 Mitarbeiter von Pirelli an der Strecke.
Die rennentscheidende Strategie des vergangenen Jahres Im vergangenen Jahr kam es zehn Runden vor Schluss zu einem der raren Einsätze des Safety Cars auf diesem Circuit. Infolgedessen wurden die Zuschauer Zeugen eines dramatischen Zweikampfs um den Sieg. Die sechs bestplatzierten Fahrer hatten sich für eine Zwei-Stopp-Strategie entschieden, allerdings variierte die Abfolge der eingesetzten Mischungen. Lewis Hamilton fuhr mit einer Soft-Soft-Medium-Strategie, Nico Rosberg hingegen setzte auf die Abfolge Soft-Medium-Soft. Der Deutsche fuhr am Ende des Rennens die schnellste Runde, doch es gelang ihm nicht mehr, seinen Teamkollegen zu überholen. Sebastian Vettel wurde mit einer anderen Strategie Vierter. Er war einer von nur zwei Fahrern, die auf Medium-Slicks gestartet waren.
Erwarteter Performance-Unterschied zwischen den beiden Mischungen 1,5 -1,7 Sekunden pro Runde. Erwartete Witterungsbedingungen während des Rennens Trocken und warm. Das Rennen beginnt bei ungefähr 29 Grad Celsius Außentemperatur. Bis zum Ende sinkt das Thermometer dann auf 25 Grad Celsius oder weniger. Die Regenwahrscheinlichkeit ist sehr gering. Allerdings gab es in der Vergangenheit hin und wieder einen Schauer während des Rennwochenendes. Das Pirelli Team wählt seine Renn-Nummer Nummer 13, Francesco Romani (Leiter Mischung- und Materialentwicklung): „Ich wähle die 13, denn sie war immer meine Glückszahl. Ich habe am 13. Geburtstag, ich lernte meine Frau an einem 13. kennen und heiratete sie an einem 13. ”
(Quelle: Pirelli)