10/03/11

Continental implementiert Insassenschutzsystem im elektrisch angetriebenen Leicht-Lkw bestehend aus Fahrerairbag, Beifahrerairbag und Drei-Punkt-Gurten.
Frankfurt am Main. Der internationale Automobilzulieferer Continental stattet den elektrisch angetriebenen Leicht-Lkw EcoCarrier mit einem passiven Sicherheitssystem aus. Das Fahrzeug des Unternehmens EcoCraft ist bereits auf dem europäischen Markt verfügbar und wird bis Ende des Jahres 2011 um ein Airbagsystem sowie Drei-Punkt-Gurte erweitert. „Airbags sind in dieser Fahrzeugklasse bisher nicht gesetzlich vorgeschrieben und werden daher wenig eingesetzt. Durch unsere Entwicklung erfüllt der Elektro-Lkw beim Frontalaufprall vergleichbare Sicherheitsstandards wie ein Pkw“, sagte Dr. Gunnar Jürgens, Geschäftsführer bei Continental Safety Engineering, dem zu Continental gehörenden Entwicklungsspezialisten für Fahrzeugsicherheit in Alzenau. „Damit leistet Continental einen wichtigen Beitrag zur passiven Sicherheit von Fahrern und Insassen von Elektrofahrzeugen“, so Jürgens weiter.
Sicherheit für alle Fahrzeuginsassen
Für den Leicht-Lkw EcoCarrier liefert Continental die Airbagelektronik und übernimmt die Abstimmung der Software. Dabei ist der Beifahrerairbag des Dreisitzers größer als ein herkömmlicher Pkw-Airbag, weil er für zwei Insassen ausgelegt ist, die nebeneinander auf der Vordersitzbank sitzen – im Falle eines Unfalls sind somit beide Beifahrer geschützt. Eine spezielle Öffnungsklappe für den Beifahrerairbag in der Instrumententafel ist weiterhin Gegenstand der Entwicklungsarbeit. Zudem stattet Continental den EcoCarrier mit einem zusätzlichen Drei-Punkt-Sicherheitsgurt für den inneren Beifahrersitzplatz aus, wo bisher lediglich ein Beckengurt zur Verfügung stand. Das Entwicklungszentrum für Fahrzeugsicherheit bietet besondere Entwicklungs- und Erprobungsprozesse für Elektrofahrzeuge und deren Anforderungen an. Durch eine enge Verzahnung von Systementwicklung und Simulation sowie den Einsatz eigener Versuchsanlagen können dort Fahrzeugsicherheitssysteme effektiv und in kurzen Entwicklungszeiten für die Bedarfe in Elektrofahrzeugen entwickelt und getestet werden. Neben der optimalen Auslösung der Airbagsysteme und dem Testen von Extremgrößen von möglichen Fahrzeuginsassen, steht auch das Verhalten der Fahrzeugstruktur des EcoCarrier im Mittelpunkt der Entwicklungsarbeit bei Continental in Alzenau.
EcoCraft Automotive fertigt in Zusammenarbeit mit Volkswagen Sarajevo für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassene Kleintransporter des Typs EcoCarrier mit Elektroantrieb in zwei Varianten für Liefer- und Transportlösungen ohne Smog-, Feinstaub- und Kostenprobleme für Handwerksbetriebe, Verwaltungen, Flughäfen, Brief- und Kurierdienste und vor allem Kommunalbetriebe. Auf Europas Straßen rollen bereits rund 300 der umweltfreundlichen Elektro-Leicht-Lkw, die kein CO2 emittieren und allein durch Strom angetrieben werden. Der Leicht-Lkw hat eine Leistung von 15 Kilowatt, fährt bis zu 75 Kilometer die Stunde und verfügt über eine Reichweite von rund 80 Kilometern.