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Einfluss des EU-Reifenlabels auf Kaufentscheidungen bei Transportunternehmen wächst

23/09/13

Das EU-Reifenlabel hat einen wachsenden Einfluss auf die Kaufentscheidungen bei europäischen Transportunternehmen. Dies ist das zentrale Ergebnis einer Goodyear in Auftrag gegebenen Umfrage, die bei Speditionen in fünf europäischen Ländern durchgeführt wurde (1). Die Umfrage, an der rund 500 Unternehmen in Deutschland, Frankreich, Italien, Polen und Spanien teilnahmen, deckte vier Themenbereiche ab:
- die Auswirkungen des EU-Reifenlabels
- die Auswahlkriterien für den Reifenkauf
- das ökonomische Umfeld
- die Winterreifen-Gesetzgebung
Die Resultate unterstreichen die wachsende Bedeutung der Reifenkennzeichnung: mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Befragten gaben an, dass es ihre Reifenwahl beeinflusst. Zwei Drittel (66 Prozent) erklärten, dass die Energieeffizienz und damit die Auskunft über den Kraftstoffverbrauch für sie das wichtigste Kriterium des Reifenlabels sein. Doch auch die Laufleistung ist für die Kaufentscheidung nach wie vor wichtig, denn 86 Prozent würden gerne abnutzungsrelevante Daten auf dem Reifenlabel sehen. Die Umfrage zeigt auch, dass Transportunternehmen sich über die Bedeutung des Labels klar sind und auch den Wert der Kennzeichnung als Hilfe für die bestmögliche Reifenwahl kennen.
Die Auswirkungen des EU-Reifenlabels
Die Umfrage untersuchte auch das Bewusstsein für das Reifenlabel, die Prioritäten bei den Kriterien der Kennzeichnung, ob weitere Informationen auf dem Label als notwendig erachtet werden und die Auswirkungen des Reifenlabels. Von den Befragten sagten 55 Prozent, ihnen seien die Details der Gesetzgebung bekannt, 26 Prozent erklärten, sie müssten das Ganze noch besser verstehen und 19 Prozent hatten noch nie von der Gesetzgebung gehört. Der Grad der Label-Bekanntheit unterscheidet sich in Europa. So war er beispielsweise bei den Befragten in Spanien deutlich niedriger als in den anderen Ländern.
Im Ranking der Label-Kriterien setzten 66 Prozent Verbrauchseffizienz auf Platz eins, 30 Prozent entschieden sich für den Nassgrip und vier Prozent für das Außengeräusch. Auf die Frage ob die drei Label-Kriterien ausreichend für eine gute Kaufentscheidung seien, antworteten 49 Prozent, dass sie sich mehr Informationen wünschen. 86 Prozent wollen sogar abnutzungsrelevante Daten auf dem Label sehen. Französische Unternehmer waren insgesamt zufrieden mit der Kennzeichnung wie sie ist (71 Prozent wollen keine weiteren Informationen). Die Runderneuerungseignung ist ein weiterer Faktor, den 20 Prozent auf dem Label sehen würden wollen.
Auf die Frage, welche Auswirkungen das Label in puncto Geldersparnis und Sicherheit auf ihr Geschäft habe, sagten 78 Prozent, es wirke sich auf beide Bereiche aus. In Deutschland jedoch waren nur 34 Prozent dieser Ansicht und 61 Prozent erklärten, es habe überhaupt keine Auswirkungen. Auf die Frage nach dem Einfluss des Labels auf die Reifenwahl waren die Antworten relativ ausgeglichen: 54 Prozent sagten, es sei ein Einfluss vorhanden, 46 meinten, dies sei nicht der Fall. In Deutschland und Polen waren 66 bzw. 65 Prozent der Ansicht, es habe keinen Einfluss auf die Kaufentscheidung.

Die Auswahlkriterien für den Reifenkauf
In der Studie wurde auch gefragt, ob die Kaufentscheidung auf der vom Reifenhersteller gegebenen Einsatzempfehlung oder auf der Reifenleistung basiert. Insgesamt nannten 65 Prozent die Reifenleistung als den wichtigeren Faktor, wobei es in Frankreich und Deutschland sogar 81 bzw. 74 Prozent waren. Die Unternehmer wählten den Rollwiderstand – der in direkter Beziehung zum Kraftstoffverbrauch steht – als das wichtigste Kriterium für Lkw-Reifen. 77 Prozent bezeichneten denn Rollwiderstand als sehr oder extrem wichtig, gefolgt von Laufleistung (76 Prozent) auf Platz zwei, Nassgrip (75 Prozent) und Kosten je Kilometer (68 Prozent). Traktion auf Schnee sowie gleichmäßige Abnutzung folgten mit 51 und 50 Prozent.
Vergleicht man die Resultate auf nationaler Basis, variieren diese. In Frankreich lagen Kilometerkosten und Nassgrip (beide 63 Prozent) gleichauf an der Spitze, der Rollwiderstand (62 Prozent) folgte auf Platz drei vor der Laufleistung (58 Prozent). Für die italienischen Fuhrunternehmer waren die Kilometerkosten am wichtigsten, 79 Prozent von ihnen bezeichneten sie als sehr oder extrem wichtig. Als einziges Land gab Italien allen zwölf in der Umfrage aufgelisteten Kriterien hohe Bewertungen (54 Prozent Minimum). Polnische Unternehmen setzten die gleichmäßige Abnutzung mit 60 Prozent auf Platz vier. Die spanischen Fuhrunternehmen setzen die Kilometerkosten vor den Nassgrip mit 80 Prozent auf Platz zwei.
Herausforderungen der Industrie
Die Kraftstoffkosten lagen mit 91 Prozent an der Spitze der größten Herausforderungen mit denen die Transportindustrie in Zukunft weiter zu kämpfen hat. Dicht dahinter folgten mit 84 Prozent andere Betriebskosten. Die von der EU verlangten strengeren CO2-Kontrollen und Straßengebühren rangierten mit 75 bzw. 74 Prozent auf den Plätzen drei und vier. Auf die Frage, was für Schritte bereits unternommen wurden oder unternommen werden sollen, um die Betriebskosten zu senken, antworteten 81 Prozent, dass sie verbrauchseffiziente Reifen montiert haben oder planen, dies zu tun. Die Reduzierung von durch Reifen verursachte Pannen und Standzeiten sowie Fahrertrainings (75 und 82 Prozent) lagen bei den größten Herausforderungen auf den Plätzen zwei und drei.
Winterreifen
In Anbetracht der zunehmenden Winterreifenpflicht in der EU gaben 53 Prozent der Transportunternehmen an, im Winter auf Winterreifen gewechselt zu haben. Die Hälfte der Befragten gab an, dass Traktion auf Schnee der wichtigste Vorzug von Winterreifen sei. Der Nassgrip (47 Prozent) lag auf Platz zwei, gefolgt von einem guten Preis (37 Prozent). Allerdings gab es landesabhängig große Unterschiede bei den Prioritäten, da die Klimabedingungen in einigen Ländern Winterreifen weniger wichtig machen.
Hintergrundinformationen
Im Juni 2013, acht Monate nach Einführung des EU-Reifen-Labels, beauftragte Goodyear die französische Agentur MV2 Conseil mit einer Umfrage von Transportunternehmen in Deutschland, Frankreich, Italien, Polen und Spanien. Ziel war es, einschätzen zu können, was für Effekte das EU-Reifenlabel seit seiner Einführung hat. Die Umfrage wurde von Juni bis Juli 2013 durchgeführt. Rund 100 Fuhrunternehmen in jedem der Länder – insgesamt 504 – nahmen teil. In jedem der Länder hatten etwa 33 Prozent der befragten Unternehmen zwischen fünf und 25 Lkw, 33 Prozent zwischen 25 und 50 und 33 Prozent 51 oder mehr Lkw. Das Verhältnis zwischen Fern- und Regionalverkehr lag bei 50/50, in Frankreich jedoch bei 30/70. Die Laufleistungen variierten, lagen aber in den meisten Fällen durchschnittlich zwischen 97.000 und 120.000 Kilometer pro Jahr. Im Mai 2011, also vor der Einführung des Reifenlabels im November 2012, hatte Goodyear in denselben Ländern eine ähnliche Umfrage in Auftrag gegeben um herauszufinden, welchen Einfluss Labels auf die Reifenwahl haben könnten (2).
Vergleiche mit der Umfrage von 2011
Die Umfrage von 2011 zeigte, dass nur 38 Prozent der Befragten von der Einführung der Kennzeichnung wussten. 84 Prozent glaubten damals, die Aussagen auf dem Label seien ausreichend, heute wollen 86 Prozent jedoch auch Informationen über die Abnutzung. 2011 glaubten 45 Prozent der Unternehmer das Reifenlabel würde ihre Kaufentscheidung beeinflussen, heute sind es 54 Prozent. Die Kilometerkosten waren die Top-Priorität der ersten Umfrage bei der Reifenwahl, bei der neuen jedoch liegt der Kaufpreis ganz vorn. Der Vergleich der beiden Umfragen zeigt, dass sowohl das Wissen um das Reifenlabel als auch die Bedeutung seines Inhalts bei Unternehmern bewusster ist. Gleichzeitig wird das Reifenlabel nun als wertvolle Hilfe bei der Reifenwahl gewertet.
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