02/01/12

Zwei Joint Ventures vereinbart
In Moskau präsentierte Pirelli kürzlich nicht nur den Kalender MYTHOLOGY. Gemeinsam mit der russischen Staatsholding RosTekhnologii und der Sibur Holding vereinbarte der Konzern in Russlands Metropole auch zwei Joint Ventures. Deren Zweck: Im kommenden Jahr will Pirelli die komplette Reifenproduktion von Sibur-Russian Tyres (SRT) übernehmen – und damit größter Reifenhersteller des Landes werden.
Klirrende Kälte hielt Moskau fest im Griff, da stellte Konzern-Chef Marco Tronchetti Provera die Weichen für Pirellis Aktivitäten im kommenden russischen Sommer. Gemeinsam mit Vertretern des staatlichen Partners RosTekhnologii und der Sibur Holding unterzeichnete er eine Absichtserklärung (ein memorandum of understanding MOU). Gemeinsam wollen sie bis Juni 2011 zwei paritätische Joint Ventures gründen. Deren Ziel ist die Übernahme der Reifenproduktion der Sibur-Russkiye shiny (Sibur RS), dem größten Reifenhersteller des Landes.
Dazu wird die Sibur Holding, die 100 Prozent an Sibur RS hält, 50,1 Prozent ihrer Anteile an Pirelli und RosTekhnologii abtreten.
Das erste Joint Venture soll die Kontrolle über jene Aktiva von Sibur RS erhalten, die den Qualitätsanforderungen von Pirelli entsprechen. Dabei wird der Verbund 90 Prozent der Anteile und Pirelli das Management der Aktiva übernehmen. Die übrigen zehn Prozent verbleiben bei Sibur.
Das zweite Joint Venture erhält die Kontrolle über 40,1 Prozent der Anteile an Sibur RS mit den übrigen Anlagen zur Produktion von PKW- und Nutzfahrzeugreifen für den russischen Markt. Weitere zehn Prozent der Sibur-RS-Anteile gehen direkt an Pirelli für den Transfer von Know-how. Im Gegenzug reduziert die Sibur-Holding ihre Anteile an der bislang 100-prozentigen Reifentochter auf 49,9 Prozent. Gleichzeitig wird die Holding des Chemiekonzerns langfristige Verträge zur Rohstoffversorgung der dann von Pirelli und Rostekh kontrollierten Reifenwerke abschließen. Der Abschluss rechtlich bindender Vereinbarungen soll bis Juni 2011 erfolgen.
Sibur RS verfügt in Russland derzeit über einen Marktanteil von mehr als 30 Prozent und ist zudem der mit Abstand größte Gläubiger des insolventen russischen Reifenherstellers Amtel, dessen Marktanteil etwa zehn Prozent beträgt. Zur Holding Sibur RS gehören Reifenwerke in Omsk, Yaroslavl, Yekaterinburg und Volzhskij. Im vergangenen Jahr produzierte das Unternehmen insgesamt rund 8,1 Millionen Reifen der Marken Cordiant und Tyrex und erzielte dabei einen Umsatz von 20,1 Milliarden Rubel, was einer Summe von 481 Millionen Euro entspricht.
Dazu Marco Tronchetti Provera: „Das Abkommen verstärkt unsere Arbeit in Russland erheblich. Das Land zählt in sämtlichen Geschäftsbereichen zu den Schlüssel-Märkten unserer Wachstums-Strategie, das gilt für den industriellen Sektor ebenso wie für das Konsumenten-Segment. Die Partnerschaft mit zwei so bedeutenden Gruppen wie RosTekhnologii und der Sibur Holding ermöglicht es Pirelli, sich an der Konsolidierung des russischen Reifenmarktes zu beteiligen. Zugleich bietet sie uns die Möglichkeit, Reifenwerke zu übernehmen, die bereits mit Produktionsanlagen auf technologisch hohem Niveau ausgestattet sind.“
Quelle: Pirelli